Renningen weltweit

Renninger Hilfe weltweit

In 95 Länder weltweit ging seit 1974 Renninger Hilfe, sowohl in DM als auch in Euro. Nachfolgend die Länder in alphabetischer Reihenfolge.

Land DM-Betrag Euro-Betrag
Afghanistan 22.200
Ägypten 40.300
Albanien 53.000
Angola 33.000 38.200
Argentinien 129.160 5.700
Armenien 5.400
Aserbeidschan 6.500
Äthiopien 219.500 22.400
Bangladesch 98.100
Benin 18.000
Bolivien 49.400 89.500
Bosnien 24.800
Brasilien 209.700 76.511
Bulgarien 300
Burkina Faso 48.500
Chile 4.600
China 150 4.000
Costa Rica 500
Cuba 28.000 11.700
Deutschland 4.800
Dom Republik 163.100 13.100
Ecuador 3.300
El Salvador 289.380 7.700
Eritrea 67.727
Estland 4.000
Madagaskar46.650
Malawi32.000
Mali 37.400
Mexico 16.900 1.000
Moldawien 9.900
Mongolei 37.300
Mozambik 196.100
Myanmar 90.000 25.700
Namibia 13.000
Nepal 75.500 57.131
Nicaragua 65.500
Nigeria 119.200 17.940
Nordkorea 4.900
Pakistan 78.150 43.500
Papua Neu Guinea 99.100
Paraguay 1.400
Peru 2.050
Philippinen 41.300 7.200
Polen 1.100 370
Ruanda 42.000
Rumänien 6.700 2.200
Russland 21.300 2.400
Senegal 66.100
Serbien 1.000
Sibirien 128.000 1.000

Irak: Eindrücke im Land des Terrors

22.6.17 - Pfarrer Pitzal besuchte den Irak

Dort hatte er direkte Kontakte in den Flüchtlingslagern, besuchte Bischöfe und Kirchenleute, die ihm authentisch berichteten, führte Gespräche mit Menschen, die Schreckliches bei den IS in Gefangenschaft und auf der Flucht erlebten. Millionen Menschen in der Ninive Ebene und in den übervollen Lagern wissen nicht, wie es weitergeht.

In Sulaymaniya, einer Stadt mit einer Million Einwohner, die durch die Flüchtlinge auf zwei Millionen angewachsen ist, kam Pfarrer Pitzal im Kloster der chaldäischen Mönche mit Pater Jens und Pater Jacques sowie der deutschen Schwester Frederike zusammen. In diesen Tagen wurde für die muslimischen und christlichen Einwohner sowie für die Flüchtlinge nach wochenlanger Arbeit ein Theaterstück durch den Regisseur Stefan aus Berlin eingeübt. Ziel war es, sowohl im Klosterhof wie auch in den Lagern den Menschen Freude und auch etwas Mut zu machen.

Außerhalb der Stadt liegen die Lager. Die Lagerstraßen scheinen kein Ende zu haben, endlose Trostlosigkeit. Die Lager sind umgeben mit Stacheldraht, fast niemand darf das Lager verlassen. Essen und Wasser wird ins Lager gebracht. Die Menschen leben in „Caravans“, wie sie die Container-Häuser nennen, die gut eingerichtet sind und wo etwa 8-10 Personen einen Raum bewohnen. Die Regierung hat bereits gemauerte Toiletten errichtet, um die die Lagerbewohner ein eigenes Haus bauen können. Dies besagt, dass eine Rückkehr in die nicht allzu weit entfernte Heimat demnächst wohl nicht möglich sein wird. Im Lager gibt es bereits eine Schule, eine medizinische Einrichtung, einen Sportplatz und auch eine Kirche. Es gibt mehrere Lager dieser Art. Nur mit kundiger Führung sind sie mit einem Auto zu erreichen.

In Kirkuk begegnete Pfarrer Pitzal Bischof Yousif Thomas Mirkis. Er hat ein umfangreiches Programm für die Flüchtlinge und Bewohner des Landes zusammengestellt. So entsteht in diesen Tagen ein großes Zentrum, in dem hunderte von Menschen zusammenkommen können. Rund um die Kathedrale hat er Einrichtungen für zahnmedizinische Behandlungen und medizinische Grundversorgung eingerichtet. Seinen besonderen Schwerpunkt legt er auf 10 Häuser, die er in der Millionenstadt Kirkuk angemietet hat. In jedem Haus wohnen etwa 25 junge Studenten, die die verschiedensten Fächer wie Jura, Medizin, Pharmazie, Literatur, Landwirtschaft oder Naturwissenschaft studieren.

Bei der Begegnung sagte Pfarrer Pitzal zu ihnen: „Ihr seid die Hoffnungsträger für dieses Land. Bleibt im Land, beendet euer Studium und baut eine neue Welt in eurem Land auf.“ Das bringt für die Menschen mehr, als wenn sie im fernen Europa künftig leben und schwer tun mit der Integration. Für jeden der 120 Studenten benötigt der Bischof täglich etwa 7 Euro, die er zusammenbetteln muss in Europa.

Im nahe gelegenen Erbil, es ist die Hauptstadt Kurdistans, besuchte Pfarrer Pitzal Bischof Bashra Warda. Die Stadt ist ebenfalls umgeben von vielen Flüchtlingslagern. Obwohl es in der Diözese nur wenige Priester gibt, hat der Bischof zwei Geistliche für die Betreuung der Lager abgestellt. Im Lager Ankawa in der Nähe des Priesterseminares leben nur die Christen, die Karakosch fluchtartig verlassen mussten. Die IS zündete dort 2.000 Häuser an, 7.000 weitere wurden zerstört, 3.000 seien noch halbwegs in Ordnung. Die Stadt ist inzwischen von den IS befreit und so viele Menschen hoffen, dass sie die etwa 70km von ihrem Lager entfernte Heimat wieder aufsuchen können. Für das Lager gibt es keine Hilfe aus Deutschland, wie man Pfarrer Pitzal versicherte. In die Heimatstadt der Flüchtlinge zu fahren, war dann aber doch noch zu gefährlich für Pfarrer Pitzal, denn im nahegelegenen Mossul wird immer noch gekämpft und man hofft, dass die Stadt bald befreit werden kann. Mit Familien im Flüchtlingslager kam es zu einem herzlichen Kontakt.

Auf die Frage von Pfarrer Pitzal „Was ist das Wichtigste für euch und wo könnte man euch am besten helfen?“  wurde gesagt „Wir brauchen eine Regierung, die sich der Menschen annimmt, ihre Interessen und Machenschaften selbst zurückstellt und ein System aufbaut, das jedem gerecht wird.“ Das Gebiet beanspruchen die Kurden, die aber auch in Syrien, in der Türkei und im Iran beheimatet sind. Besonders schwer betroffen sind die Jesiden, eine kleine Religionsgemeinschaft, die von Schiiten und Sunniten gemieden wird. Nach wie vor haben die Menschen, vor allem in Syrien, unter den Bombenangriffen der Russen und der Amerikaner zu leiden. Wenn die Waffen ausgingen und nicht mehr von Europa, auch von Deutschland, geliefert würden, wäre wohl ein Frieden schneller in Aussicht gestellt - wenngleich sich im Moment niemand vorstellen kann, wie dieser Krieg mit den Millionen von Flüchtlingen beendet werden kann und menschenwürdige Verhältnisse jedem gegeben werden könnten.

Appell des Patriarchen von Damaskus Gregorius III.

24-5-17 - Zu einem Appell für Menschlichkeit und Frieden wurde der Besuch des syrisch-melkitischen Patriarchen von Damaskus, Gregorius III., den Pfarrer Pitzal nach Renningen eingeladen hatte. Der Pfarrer war selbst im letzten Jahr in Syrien und hatte sich von vielen Dingen überzeugen können.
 
Bei der Begegnung mit der Landtagspräsidentin Muhterem Aras konnte er schon in sehr informativer Weise über die Lage in Syrien berichten. 28 verschiedene Gruppen bilden die Opposition im Land. Die IS ist täglich mit Bombeneinsätzen unberechenbar. Obwohl Damaskus verhältnismäßig ruhig ist, gibt es an manchen Tagen bis zu 100 Raketeneinschläge. Weder christliche Kirchen noch Moscheen werden verschont. Es ist ein Krieg ohne Namen. Er kann nur mit Gesprächen und Menschlichkeit überwunden werden.
 
Der Patriarch hatte auch Gelegenheit kurz im Plenarsaal des Landtages zu sein.
 
Bei einem Podiumsgespräch im Renninger Bürgerhaus, das unter der Leitung des LKZ-Redaktionsleiters Thomas Slotwinski stand, beteiligten sich Bürgermeister Wolfgang Faißt, Frau Birguel Akpinar, eine aus der Türkei stammende Alewitin, die sehr mit den christlichen Werten vertraut ist, Pfarrer Pitzal, sowie der Patriarch.
 
Klar und deutlich stellte der Patriarch heraus, dass dieser Krieg nur zu Ende gebracht werden kann, wenn die USA und Russland sich einigen, und zwar bald. Ein noch länger andauernder Krieg würde auch verhindern, dass Flüchtlinge wieder zurückkehren wollen in ihr Land. Dabei zitierte er immer wieder Papst Franziskus, der sagte, ein Frieden ist nur möglich, wenn die Verantwortlichen gewillt sind, zusammen zu sitzen und zu sprechen. Voraussetzung dafür ist die Gerechtigkeit für die Palästinenser im Heiligen Land. Der Patriarch selbst war viele Jahre in Jerusalem. Es sei eine Schande für die ganze Menschheit, wenn die beiden Hauptverantwortlichen und die europäische Gemeinschaft sich nicht einigen könnten. Friede ist nur möglich, wenn alle zusammenwirken.
 
Der Patriarch selbst hat hunderten von Menschen, die als Flüchtlinge in Syrien unterwegs sind, Einrichtungen geschaffen, wo sie zunächst überleben und dann möglichst bald in ihre zerstörte Heimat zurückkehren können. Herzlich bedankte er sich bei allen Deutschen, die Flüchtlinge nicht nur aufgenommen haben, sondern auch ihm selbst immer wieder Hilfestellung zukommen ließen. Sein besonderer Dank galt der katholischen Kirchengemeinde Renningen, die vor allen Dingen mit den Spenden der Krippe in den letzten Jahren dem Patriarchen 55.000 € zukommen lassen konnte.
 
In gleicher Weise bedankte er sich auch in der St. Antoniusgemeinde in Waiblingen bei Pfarrer Franz Klappenecker. Nach dem Gottesdienst traf er sich dort mit Mitgliedern der Gemeinde zu einem angeregten Gespräch über sein Land.
 
Einen festlichen Gottesdienst im byzantinischen Ritus feierte er mit den Renningern in der Bonifatiuskirche. Die meisten waren noch nie bei einem solchen Gottesdienst dabei gewesen. Eigens dafür kam auch der syrische Priester für Deutschland aus Regensburg, um mit seinem Patriarchen den Gottesdienst zu feiern. Im Anschluss daran gab es ein gemeinsames Mittagessen mit Gemeindemitgliedern im Bonifatiushaus. Immer wieder betonte der Patriarch, dass er bei all seinen Argumenten nie jemanden angefeindet hat, dass er vielleicht mehr muslimischen Menschen geholfen hat als Christen. Es sei wichtig das Gemeinsame, das Christen und Muslime verbindet, herauszustellen, ohne dabei die eigenen christlichen Ansichten zu relativieren. Das gemeinsame Zusammenstehen ist eine Rettung auch für den Islam, der mit den Extremisten nichts zu tun haben möchte.
 
Bei seinem Gang durch Renningen schaute der Patriarch auch an den beiden Flüchtlingsheimen in Renningen und Malmsheim vorbei und war sehr überrascht, was hier für die Menschen getan wird.
 
Tief beeindruckt war der Patriarch vom Weltkulturpfad entlang des Rankbachs. Das Thema „Wege zum Frieden“ wie auch die Darstellung mit den Edelsteinen unseres Landes, unter denen nicht nur Schiller, Bosch und Daimler dargestellt sind, sondern auch Zeugen des Glaubens wie Bolz, Melanchthon, Staufenberg, die Geschwister Scholl, Diedrich Bonnhoefer überraschten ihn und machten ihn sehr nachdenklich. Er meinte, diese Gedanken des Weltkulturpfades, sowie das, was er im Krippenmuseum mit der weltweiten Hüte- und Puppensammlung gesehen hatte, sollte Pfarrer Pitzal einmal den Menschen in seinem Land Syrien vortragen. Tief bewegt war er auch vom Besuch des Trauerweges am Friedhof Renningen, dem Stein am Bergwald, der an die Geiseln unserer Zeit erinnert und von den Darstellungen aus dem Leben des Heiligen Martinus am Martinusweg.
 
Am Schluss meinte er, er habe noch nie ein so umfangreiches Programm bei einem seiner Besuche in Deutschland erlebt, wie in Renningen. Einen besonderen Gruß richtete er auch an Bischof Gebhard Fürst, der den Patriarchen leider nicht empfangen konnte.

Durch einen Reha-Besuch kommt es zum Schulbau in Madagaskar

8.5.17 - Es war reiner Zufall: Franz Pitzal war nach seiner Knieoperation zur Reha in Bad Urach und traf dort den katholischen Pfarrer Alain Rabarijaona. Es kam zu einem tieferen Gespräch und zur Planung eines Schulgebäudes in seiner Heimat in der Nähe von Antsirabe in Madagaskar. Kurz darauf reiste Pfarrer Pitzal nach Madagaskar, schaute sich dort um und konnte bereits sehen, wie die Grundmauern für das Gebäude gelegt wurden.

Mit 2.000 € von der Renninger Krippe und 20.000 € vom Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg konnte jetzt die Schule gebaut werden, die am 23.04.2017 durch Bischof Philippe Ranaivomanana eingeweiht wurde.

Die Schüler hätten 2 Stunden zur Schule gehen müssen. Doch mit Hilfe der Renninger Krippe konnten nochmals 20.000 € zur Verfügung gestellt werden, damit ein Übernachtungsheim gebaut werden kann und die Schüler nicht mehr täglich diese große Distanz zurücklegen müssen. Nun gab es in dieser Gegend auch kein Wasser. Eine Familie aus Renningen konnte mit 2.000 € einen Brunnen, der Wasser für die Kinder gibt, ermöglichen.

Durch einen Zufall kam dies alles zustande, aber durch die Hilfsbereitschaft so Vieler wurde es letztendlich verwirklicht

Hilferuf aus Südsudan

23.3.17 - Die ganze Welt schaut in diesen Tagen nach Südsudan. Hier herrscht bedingt durch die Dürre eine große Hungersnot. Seit 2016 herrscht außerdem Bürgerkrieg. 1,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht, mehr als die Hälfte sind Kinder.

Von Renningen aus gibt es direkte Beziehungen zu Bruder Hans Eigner in der Hauptstadt Juba. Die Hungersnot ist gerade jetzt sehr groß. „Wenn dann im Mai hoffentlich der Regen kommt, wird das Land schnell grün werden und es wird etwas wachsen.“ meinte der Comboni Missionar zuversichtlich.

In vielen Gebieten des Landes leben Menschen, die nur sehr schwer mit Fahrzeugen zu erreichen sind. So werden nun auch Flugzeuge der Welternährungsorganisation eingesetzt, die Lebensmittelpakete abwerfen. Profitieren können zunächst nur die, die die Pakete einsammeln, in der Hoffnung, dass sie diese Hilfe auch denen weitergeben, die nicht selbst die abgeworfenen Lebensmittel einsammeln können.

Konkret bittet Bruder Hans Eigner, um Lebensmittel für die Schulspeisung von 160 Kindern in Juba. Pro Kind braucht man für ein Essen nicht mehr als 0,26€. Wenn man nur Geld hätte, um die nächsten Monate zu überbrücken.

Hilfe erbitten wir über das Konto der kath. Kirchengemeinde bei der Volksbank Renningen, IBAN DE62 6039 0300 0070 4150 13.

Renninger in Ost-Timor

30.03.17 - Cornelius Balle, der im vergangenen Jahr sein Abitur in Renningen gemacht hat, ist auf Vorschlag von Pfarrer Pitzal in Ost-Timor um dort soziale Dienste zu verrichten.

Ost-Timor ist erst etwa 10 Jahre alt und konnte sich nach blutigen Auseinandersetzungen von Indonesien selbständig machen. Das Land ist bitterarm, die Infrastruktur ist nicht entwickelt.

Cornelius ist in der Gemeinde Baucau, einige Stunden von der Hauptstadt Dili entfernt. Untergebracht ist er bei einer einheimisch-deutschen Familie, die Frau arbeitet auch für Misereor.

Es gibt eine Menge Arbeit für Cornelius. Zunächst geht es darum, monatlich Tausenden von Menschen aus den umliegenden Dörfern den Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen. “Es ist toll, das Projekt rasant und erfolgreich wachsen zu sehen und ein Teil davon sein zu dürfen“, schreibt er.

„Nebenher fallen dann noch Arbeiten wie das jährliche Maispflanzen und ernten an.“

Inzwischen unterrichtet er auch Englisch an der Junior-High-School in Aubaca. Mit Singen und Spielen vermittelt er den Schülern erste Eindrücke der englischen Sprache. Auch die lokale Sprache Tetun hat er inzwischen gelernt. „Das öffnet viele Türen und ermöglicht viele interessante Erfahrungen und Unterhaltungen.“

Er bedankt sich, dass von Renningen aus diese Projekte unterstützt werden. Mit Freude geht er in die nächste Zeit und will weitere Erfahrungen in dieser einzigartigen Kultur dieses ostasiatischen Landes machen.

Von Renningen aus wurde in Osttimor durch die Sternsinger eine Schule in Railaco erstellt.

Brunnen für Madagaskar

9.3.17 - Mit großer Freude und Dankbarkeit wurde in Sarobaratra in einer entlegenen und trockenen Gegend Madagaskars der hohe Betrag einer Familie unserer Gemeinde für den Bau eines Brunnens eingesetzt.

Der Brunnen befindet sich neben einer Schule, die durch die Spende der Renninger Gemeinde und des Bischöflichen Ordinariats in Rottenburg in diesen Tagen erstellt wird. Die Kinder müssen bis zu 10 km laufen um täglich zur Schule zu kommen. Das Wasser neben der Schule ist eine große Hilfe. Am Brunnen steht auch der Name seiner Spender.

Bischof aus Madagaskar zum Dankbesuch

2.3.17 - Zu einem Blitzbesuch mitten in der Fastnachtszeit kam Bischof Marie Fabien Raharilamboniaina aus Madagaskar nach Renningen, um sich bei den Sternsingern zu bedanken für ihren großen Einsatz. Auf die Frage von Pfarrer Pitzal „Was ist das dringendste Problem bei Euch in Madagaskar?“ antwortete er „Education - also Schule -  und Wasser“. Mit dem Renninger Sternsingergeld soll eine Schule für 140 Kinder gebaut werden. Der Unterricht wird bisher noch unter Bäumen für die Kinder gegeben. Ein Schulgebäude ist dringend notwendig. 40 % der Bevölkerung kann nicht lesen oder schreiben.

Das zweite große Problem ist Wasser. Schon in 10 Metern Tiefe kann Wasser gefunden werden. Allerdings ist dieser Brunnenbau nur von Hand möglich. Bohrmaschinen gibt es im Land nicht. Ein Brunnen kostet etwa 1.500 €. „Wenn mit diesem Geld“, so meinte Pfarrer Pitzal nach dem Faschingsgottesdienst mit dem Bischof, „140 Schülern Wasser gegeben werden kann, dann dürfte man nicht zögern, dieses Geld aufzubringen.“ Spontan hat nach dem Gottesdienst eine Familie aus Rumänien, die seit längerer Zeit hier bei uns in Renningen lebt, dem Bischof das Geld für den Brunnenbau gegeben.

Völlig neu war für den Bischof und seinen Begleiter aus Mauritius Fastnacht. Bei einem lebendigen Gottesdienst, bei dem Pfarrer Pitzal eine Predigt im Reim über das Reformationsjahr und das sonntägliche Evangelium hielt, konnte er erleben, wie der Chor der Martinusspatzen mit seinen Liedern und einer Polonaise in der Kirche Freude und Lebendigkeit der Fastnacht ausdrückte.

In der Kürze des Aufenthalts konnte der Bischof das Krippenmuseum besichtigen, kurz beim Gemeindefasching in Malmsheim vorbeischauen und bei einem nächtlichen Gang am Vorabend des Faschingssonntages durch Weil der Stadt den sich auf den großen Festzug vorbereitenden Geburtsort von Johannes Kepler besuchen, bevor er dann nach weiter nach Rom aufbrach.

Madagaskar hat eine eigene Sprache. Jedes Wort scheint einer wild zusammengewürfelten Buchstabenansammlung des gesamten Alphabets zu gleichen, was allein schon der Name des Bischofs „Raharilamboniaina“ zum Ausdruck bringt.

Ein Dank direkt aus Ost-Timor

11.1.17 - Das letztjährige Sternsinger-Opfer ging nach Timor Leste, dem neuen Land, das nach einer blutigen Revolution im Osten von Indonesien entstand. Frau Lempp, deren Mutter in Ditzingen lebt, und die in Ost Timor das Renninger Projekt leitet, war mit 2 Begleitern am Dreikönigstag bei uns. Sowohl in Renningen wie auch in Malmsheim bedankte sich eine der Begleiterinnen in ihrer Muttersprache für die Renninger Hilfe. Frau Lempp übersetzte dies. Einfache Frauen hatten für alle Sternsinger ein Freundschaftsbändchen gewebt, das im Anschluss an den Gottesdienst jedem überreicht wurde.

Für die ganze Gemeinde überbrachten die drei ein Tuch mit der Dankesaufschrift „Timor Leste dankt den Sternsingern Renningen“.

Für mehrere Monate ist derzeit Cornelius Balle aus unserer Gemeinde bei Familie Lempp in Timor Leste. Er ist dort in der sozialen Einrichtung tätig und versorgt Kinder und Kranke mit.

Winterschuhe in der Ukraine zu Weihnachten

07.12.16 - Zu einem Kurzbesuch kam Bischof Stanislaus aus der Ukraine nach Renningen. Seit Jahren gibt es zur Rankbachstadt intensive Beziehungen. In Charkov ist es in diesen Tagen bitterkalt. In der Stadt gibt es unendlich viele Flüchtlinge, die aus dem Separatistengebiet, von Putin verwaltet, nach Charkov gekommen sind.

Beim Martinusritt und beim Martinusfest, aber auch mit anderen Aktionen und Spenden der Gemeinde konnte Pfarrer Pitzal dem Bischof 2.000 Euro für Winterschuhe mitgeben. Der Bischof versorgt damit 600 Kinder.

Bei seinem Kurzbesuch war er auch im Schuhhaus der Familie Schautt, die ihm einige Schuhe mitgab, mehr passte nicht ins Auto.

Dem Bischof war es auch ein großes Anliegen, die im Werden befindliche Krippe in der Martinuskirche zu sehen. Ganz besonders angetan waren er und sein Begleiter von der Darstellung des Martinus, der ja das Vorbild des Teilens für die ganze Christenheit geworden ist. Zudem kam es auch zu einem Wiedersehen mit einigen Renningern, die dieses Jahr anlässlich des Jubiläums des Kinderdorfes in den Karpaten mit dabei waren. Dort stehen die drei Häuser „Martinus“, „Bonifatius“, „Sternsinger“, die mit Renninger Hilfe gebaut werden konnten.

Der Bischof bedankte sich und brach nach etwa 2 Stunden Aufenthalt wieder auf, um zurück in die Ostukraine zu fahren, hat er doch die weite Strecke mit dem Auto zurückgelegt. 

Nach Aussagen des Bischofs ist die politische Lage nach wie vor unverändert. Es scheint, dass es bei der Okkupation bleibt und die vielen Menschen, die geflohen sind und gerne wieder zurückkehren möchten, immer noch keine Möglichkeit dafür haben.