Die Renninger Krippe in der Martinus-Kirche in Malmsheim wird in diesem Jahr zum 38. Mal aufgebaut. Sie ist Anziehungspunkt für Menschen aller Altersschichten, Konfessionen und Religionen aus der ganzen Region Stuttgart und darüber hinaus.

In jedem Jahr wird mit der Krippe ein aktuelles Thema aufgegriffen, das zum Nachdenken und zum Handeln anregt.

Dein ist die Zeit

So lautet das Thema der Krippe in diesem Jahr. Ein Thema, das uns alle berührt. Wir stehen einerseits unter großem Zeitdruck, andererseits brauchen wir mehr denn je Zeiten der Ruhe, der Stille und Entspannung. Dies möchten wir mit dem Thema der
Krippe in diesem Jahr aufgreifen.
Im Mittelpunkt steht deshalb die Uhr. In verschiedenen Varianten, von der Armbanduhr bis zur Turmuhr, zeigt sie den Menschen die Zeit an. Die Uhr begleitet uns durch die ganze Krippenlandschaft. Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn zu den Menschen.

Altarraum

Hinter der Krippe erhebt sich eine große Uhr, die uns die Tageszeit angibt. Sie ist hineingestellt in die Welt des Orients. Umgeben ist sie mit den „Lebenszeiten“ des Menschen: Kindheit, Jugend, Zeit des Erwachsenseins und des Alters. 

Seitenwände

Die beiden Seiten der Kirche sind unterteilt in die Zeit der Hektik und die Zeit der Ruhe.
Die Hektik umgibt den Menschen von heute durch Verkehr und Computer, durch einen überfüllten Terminkalender, durch die ständige Herausforderung bei der Arbeit in Fabrik und Büro.
Zur Ruhe kommt der Mensch auch heute noch durch Besinnung und innere Einkehr, dargestellt wird dies mit den Klöstern der Ostkirche bis zum Jugendtreffen in Taizé. 
Zur Besinnung gehört aber auch die Feier des Sonntagsgottesdienstes, das Zusammensein in der Familie, der Spaziergang im Wald und auch das Erlebnis der Ferien.
Über all den Darstellungen werden mit laufenden Uhren zehn verschiedene Weltuhrzeiten angegeben. Passende Landschaftsbilder runden die Szene ab. 

Hinterer Teil

Im hinteren Teil der Kirche gleich am Eingang wird auf die vier Jahreszeiten eingegangen.
Der Winter mit seiner Schneepracht und der Vorbereitung auf Weihnachten.
Das Frühjahr mit der in der Blüte stehenden Natur, mit Osterbrunnen und Maibaum.
Der Sommer mit Getreidefeldern und Ferienzeit.
Der Herbst mit Obstbäumen und Weinernte, mit Volksfest und Drachensteigen. 

Eingang zur Kirche

Im Freien, im Eingangsbereich der Kirche möchten wir verschiedene Uhren zeigen, die die Menschen im Alltagsgeschehen benutzen.

Krippenopfer

Mit dem Krippenopfer soll Kindern weltweit geholfen werden, vorrangig in Afrika und Asien.

Die Krippenleidenschaft von Pfarrer Franz Pitzal

Artikelauszug aus der  Remszeitung vom 12.11.2009

LORCH / RENNINGEN (bt). Ein Schulbub war Franz Pitzal, als er sich selbst den größten Wunsch erfüllte: Er schenkte sich eine Krippe. Ein ums andere Mal sah man den Jungen in den 40er-Jahren mit Milchkannen durch Leinzell gehen – der Gang zum Milchhäusle brachte so manchen „Kreuzer“, selbstverdientes Geld, das er nicht in Zuckerstangen investierte oder in Cowboygeschichten, sondern zum längst verstorbenen Karl Lang trug, der ihm dafür Krippenfiguren schnitzte.

Den Stall hat er damals selbst gebaut, unter anderem mit Hilfe großer, aus der Lein gefischter Wurzeln. Diese Wurzeln sind verloren gegangen, was Pfarrer Pitzal sehr bedauert: „Ich werde nie wieder zur Lein hinabsteigen und nach Wurzeln suchen können“; die restliche Krippe aber, mittlerweile 60 Jahre alt, ist im Renninger Krippenmuseum zu bewundern. Und Franz Langs Figuren dienten vor nunmehr 30 Jahren als Vorlage für den Grundstock der Renninger Krippe, die alle Jahre wieder rund 50 000 Besucher zählt, darunter jede Menge Prominenz.

Ohne die 50 Zentimeter hohen Figuren von Hildegard Buchhalter ist die Krippenlandschaft in der St.-Martinus-Kirche im Renninger Stadtteil Malmsheim nicht denkbar. Die im November 2002 im Alter von 91 Jahren gestorbene Künstlerin hat vor allem lebensfrohe Figuren geschaffen, jeden Alters, vieler Berufe. Menschen aus unterschiedlichsten Erdteilen, historische Persönlichkeiten ebenso wie Heilige. Es sind die Details, die das Betrachten der Renninger Figuren lohnenswert macht: das bestickte Seidentäschen und die mit winzigsten Geschenken gefüllten Satteltaschen der Kamele, die Baskenmütze und die kleine Blume am Strohhut, all die Bärte, Zöpfe, Brillen.

Franz Pitzal, der zunächst bei der Gmünder Firma Bidlingmaier zum Uhrmacher ausgebildet wurde, kam als Spätberufener zum Priestertum. Seine Freude an Krippen und seinen Wunsch, diese Freude zu teilen, hat er nie verloren. Durch seine Kinderhilfsprojekte hat der in Leinzell geborene Pitzal Kontakte zu über 70 Ländern, die ihm immer neue Krippen schenken und damit seinen Jugendtraum immer wieder aufs Neue wahr werden lassen.

Die Schöpferin der Krippenfiguren

Rund 400 Figuren hat Frau Hildegard Buchhalter für die Renninger Krippe geschaffen.