Die Renninger Krippe in der Martinus-Kirche in Malmsheim wird in diesem Jahr zum 39. Mal aufgebaut. Sie ist Anziehungspunkt für Menschen aller Altersschichten, Konfessionen und Religionen aus der ganzen Region Stuttgart und darüber hinaus.

In diesem Jahr erinnert sich die Welt an 200 Jahre des in der ganzen Welt bekannten Liedes „Stille Nacht, heilige Nacht“. Deshalb soll die Krippe unter dem Thema stehen

Stille Nacht

Zu Heiligabend 1818 führten der Dorfschullehrer und Organist Franz Xaver Gruber und der Hilfspfarrer Joseph Mohr dieses einfache Weihnachtslied erstmals auf. Dass dieses Lied aus Oberndorf bei Salzburg weltweit bekannt wurde, geht auf den Orgelbaumeister Karl Mauracher zurück. Er reparierte die von Mäusen zerfressene Orgel, hörte die Melodie und brachte das Lied nach Fügen, von wo aus es über verschiedene Chöre verbreitet wurde. Das Lied wurde in Windeseile in der ganzen Welt bekannt. Es wird in über 300 Sprachen und Dialekten gesungen und von unterschiedlichsten Instrumenten begleitet. Die Stille Nacht Kapelle in Oberndorf ist ein weltweites Zeichen für die Entstehung dieses bekanntesten Weihnachtsliedes.

Altarraum

Im Mittelpunkt steht daher die Stille Nacht Kapelle, umgeben von Christbäumen, die auf die verschiedenen Kontinente hinweisen, in denen das Lied gesungen wird. Auch die Schule und das Pfarrhaus werden gezeigt. 

Seitenwände

Die beiden Seiten der Kirche werden mit dem Liedtext in verschiedenen Sprachen sowie mit großen gemalten Instrumenten geschmückt. Die Darstellungen mit den Figuren gehen in besonderer Weise auf die verschiedenen Lebenssituationen der Menschen ein.

Hinterer Teil

Im hinteren Teil der Kirche gleich am Eingang gehen wir auf die Nacht ein. Es gibt für alle Menschen die frohe, stille, heilige Nacht, wie es Ostern, Weihnachten, Silvester, der Maienmonat und die Sommernacht ausdrücken. Jeder Mensch erlebt aber auch die dunkle Nacht mit Angst und Gewitter, mit Träumen, Friedhof und Autofahrt.

Eingang zur Kirche

Im Freien, im Eingangsbereich der Kirche werden die Menschen in typischen Trachten und Instrumenten aus den verschiedenen Kontinenten dargestellt, in denen das Lied gesungen wird.

Krippenopfer

Mit dem Krippenopfer soll Kindern weltweit geholfen werden, vorrangig in Afrika und Asien.

Die Krippenleidenschaft von Pfarrer Franz Pitzal

Artikelauszug aus der  Remszeitung vom 12.11.2009

LORCH / RENNINGEN (bt). Ein Schulbub war Franz Pitzal, als er sich selbst den größten Wunsch erfüllte: Er schenkte sich eine Krippe. Ein ums andere Mal sah man den Jungen in den 40er-Jahren mit Milchkannen durch Leinzell gehen – der Gang zum Milchhäusle brachte so manchen „Kreuzer“, selbstverdientes Geld, das er nicht in Zuckerstangen investierte oder in Cowboygeschichten, sondern zum längst verstorbenen Karl Lang trug, der ihm dafür Krippenfiguren schnitzte.

Den Stall hat er damals selbst gebaut, unter anderem mit Hilfe großer, aus der Lein gefischter Wurzeln. Diese Wurzeln sind verloren gegangen, was Pfarrer Pitzal sehr bedauert: „Ich werde nie wieder zur Lein hinabsteigen und nach Wurzeln suchen können“; die restliche Krippe aber, mittlerweile 60 Jahre alt, ist im Renninger Krippenmuseum zu bewundern. Und Franz Langs Figuren dienten vor nunmehr 30 Jahren als Vorlage für den Grundstock der Renninger Krippe, die alle Jahre wieder rund 50 000 Besucher zählt, darunter jede Menge Prominenz.

Ohne die 50 Zentimeter hohen Figuren von Hildegard Buchhalter ist die Krippenlandschaft in der St.-Martinus-Kirche im Renninger Stadtteil Malmsheim nicht denkbar. Die im November 2002 im Alter von 91 Jahren gestorbene Künstlerin hat vor allem lebensfrohe Figuren geschaffen, jeden Alters, vieler Berufe. Menschen aus unterschiedlichsten Erdteilen, historische Persönlichkeiten ebenso wie Heilige. Es sind die Details, die das Betrachten der Renninger Figuren lohnenswert macht: das bestickte Seidentäschen und die mit winzigsten Geschenken gefüllten Satteltaschen der Kamele, die Baskenmütze und die kleine Blume am Strohhut, all die Bärte, Zöpfe, Brillen.

Franz Pitzal, der zunächst bei der Gmünder Firma Bidlingmaier zum Uhrmacher ausgebildet wurde, kam als Spätberufener zum Priestertum. Seine Freude an Krippen und seinen Wunsch, diese Freude zu teilen, hat er nie verloren. Durch seine Kinderhilfsprojekte hat der in Leinzell geborene Pitzal Kontakte zu über 70 Ländern, die ihm immer neue Krippen schenken und damit seinen Jugendtraum immer wieder aufs Neue wahr werden lassen.

Die Schöpferin der Krippenfiguren

Rund 400 Figuren hat Frau Hildegard Buchhalter für die Renninger Krippe geschaffen.