Grußwort von Pater Gasto zum Neuen Jahr

Mit Sorgen und voller Hoffnung blicken wir auf das vor uns liegende Jahr. Was wird dieses Jahr bringen, der Menschheit insgesamt, jedem und jeder von uns persönlich?

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Schwestern und Brüder,
ein neues Jahr liegt vor uns.
Mit Sorgen und voller Hoffnung blicken wir auf das vor uns liegende Jahr. Was wird dieses Jahr bringen, der Menschheit insgesamt, jedem und jeder von uns persönlich? Welchen Herausforderungen werden wir uns stellen müssen? Als Kirche beginnen wir ein neues Jahr traditionell mit dem Blick auf Maria. Wenn wir uns in die Situation der jungen Frau damals hineinversetzen und ihren Lebensweg verfolgen – das wenige, das wir nachlesen können und das viele, das wir erahnen –, dann wird sie uns zu einem Vorbild. Sie wird dann zu der Frau, die selbst eine Ahnung davon hat, was uns bedrückt. Deshalb sprechen wir gern mit ihr und nennen sie Fürsprecherin.
Wie wir heute hatte Maria Pläne, Träume, Erwartungen, Hoffnungen für ihr Leben. Gott kam da ziemlich quer zu ihren Plänen vom guten Leben, indem er ihr das göttliche Kind verheißt. Sie spürt, dass es gut ist zu sagen: „Ja, es soll geschehen, wie du es gesagt hast“.
Wir beginnen heute auch wieder unsere Pläne und Hoffnungen für 2021 ins Spiel zu bringen. Wir möchten vermutlich manches nachholen, was 2020 nicht zuließ und auch neue Wege entdecken, neue Möglichkeiten. Wichtig scheint mir: In allem, was wir vorhaben, einen Raum und ein Ja für Gottes Pläne zu lassen. Die Karmelitin Edith Stein hat das einmal so formuliert: „Was nicht in meinem Plan lag, hat in Gottes Plan gelegen.“ Gott geht mit uns den Weg, der für uns am besten passt. Er kennt den Weg, auf dem wir laufen. viel besser als wir.  Mit diesem Vertrauen gehen wir ins Neue Jahr.
Maria bringt Ihr Vertrauen im Magnifikat zum Ausdruck, in diesem großen Gebet der Freude und der neuen Gerechtigkeit für die Welt. Das ist eine Einladung auch für uns, trotz Corona, trotz Umdenken, trotz Lockdown, auf Gott zu vertrauen, dass er auch heute große Taten vollbringen wird.
Liebe Schwestern und Brüder, wir leben aus Gottes Segen. Gott sagte zu  Mose, sagt dem Aaron und seiner Familie,  so sollt ihr die Israeliten segnen;
sprecht zu ihnen:
Der HERR segne dich und behüte dich.
Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen.Diesen Segen möchte Ich Ihnen auch am Beginn dieses Jahres wünschen und ein wenig durchbuchstabieren:

  • Der Herr segne Ihre Träume und Erwartungen. Er wird Ihnen neue Möglichkeiten eröffnen und den richtigen Weg zeigen.
  • Der Herr segne Sie und schenke Ihnen Gesundheit an Leib und Seele. Gott ist Mensch geworden, um unter den Menschen zu sein, damit wir geheilt sind.
  • Gott segne uns und gebe uns Ausdauer, vor allem, wenn unsere Träume und Erwartungen sich verzögern. Gott sagt uns: Vertraue mir, ich bin da. Und er sagte zu Joshua: Nichts soll dich erschrecken; du sollst den Mut nicht verlieren. Ich, Gott, bin bei dir, egal wohin du gehst. (Josua 1,9)
  • Gott segne unsere Familien, Freunde, Verwandten. Möge seine Liebe uns alle verbinden, auch wenn wir uns zurzeit noch nicht vis-à-vis sehen können.  Gott ist Liebe. Wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott, und Gott lebt in ihm.

Liebe Schwestern und Brüder, Gott segne unsere Gemeinde, unsere Familien und unseren Glauben. Möge Gott uns in unserem Glauben stärken. Er wird unsere Gemeinde zu einem Ort der Gemeinschaft, der Geborgenheit, der Gelassenheit und des Friedens machen. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Im Segensgebet, das Jahwe Moses und Aaron gegeben hat, bittet der Beter Gott darum, uns sein Antlitz zuzuwenden und über uns leuchten zu lassen. Gott soll sich ganz, mit seinem ganzen Ich und der Wirkmacht seiner ganzen Persönlichkeit uns Menschen zuwenden, uns gnädig sein und uns seine Lebenskraft schenken.
Mit dieser Zusage Gottes beginnen wir dieses neue Jahr. Gott schenkt uns die Gewissheit, dass er an unserer Seite sein wird, unser Leben in all seinen Höhen und Tiefen so begleiten wird, dass uns nichts von ihm trennt, sondern uns alles zum Heil gereichen wird. In diesem Vertrauen dürfen wir mutig die ersten Schritte in 2021 gehen und ohne Angst vor dem, was vor uns liegt.

Ich wünsche Ihnen ein fröhliches und bestärkendes Jahr 2021.

Ihr
Pater Gasto Peter Lyimo Cssp.
Pfarrer.