Frohe Ostern!

„Am Ende wird alles GUT. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Schwestern und Brüder,
„Am Ende wird alles GUT. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“
Von dem irischen Schriftsteller Oscar Wilde (1985-1900) stammt dieser Gedanke.  Mich hat er nachdenklich gemacht. Mehr noch: irritiert.         
Oscar Wilde hat gut reden. Und ich auch, wenn ich ihn zitiere. Denn nach über einem Jahr der Einschränkungen und einem zweiten Osterfest unter Corona – wie sollte man da sagen: Alles wird gut. Corona hat uns im Griff – und dennoch: Wir geben nicht auf. Denn Ostern trägt in sich die Botschaft der absoluten Hoffnung, dass eben doch alles gut werden wird. Diese Botschaft von der Auferweckung Jesu begeistert, nicht nur seine Jüngerinnen und Jünger damals, sondern auch uns heute. Die Jüngerinnen und Jünger kannten die Situation, nicht mehr zu wissen, wie es weitergeht nach dem Tod Jesu. Und dann machen sie plötzlich die Erfahrung, dass und wie es weitergeht. Sie erleben und erfahren, dass aus der Katastrophe völlig unerwartet Segen erwächst. Ostern – wie wir heute zu dieser Erfahrung sagen – ist das Fest des Sieges und der Befreiung über alles, was uns niederdrückt. Jesus hat das Böse und Lebensfeindliche überwunden und einen freien Raum für uns Menschen geschaffen, wo wir Kraft für unser Leben schöpfen können.
„Am Ende wird alles GUT. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“ Das ist wie ein Kommentar zur Osterbotschaft. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir jetzt an Ostern feiern, dass am Ende alles gut wird. Maria von Magdala und die andere Maria, Petrus und der andere Jünger am Grab, Thomas und die vielen sind unsere Zeuginnen und Zeugen dafür, dass am Ende alles gut wird.  Von der Auferweckung Jesu her – von Ostern aus betrachtet – dürfen wir darauf vertrauen, dass am Ende alles gut wird. Der Seher Johannes beschreibt das so: „Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen …Seht, ich mache alles neu ... Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt“ (Apk 21,3-6).
Wenn das so stimmt, wenn ich dieser Botschaft trauen kann, dann sind die schmerzvollen „Enden“, die wir erleben, lediglich ein vorläufiges Ende. Das wirkliche Ende ist daran zu erkennen, dass es gut ist.
Im diesem Sin: gesegnete Ostern und einen weiten Blick nach vorn.

Ihr Pater Gasto Lyimo