Einsetzung der Spiritaner am 15. Oktober 2017

Was lange währt... Die vielfältigen Vorbereitungen zum offiziellen Beginn der pastoralen Tätigkeit der Spiritaner in der Seelsorgeeinheit CleBoRa fanden ihren Höhepunkt in einem außergewöhnlichen Festgottesdienst.

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Wichtige Ereignisse für Rutesheim und Weissach (so die Verabschiedungen von Pater Wehrle, Pfarrer Kästle und unserer Pastoralen Ansprechperson Cäcilia Riedißer) fanden bisher in Rutesheim statt, denn dort steht die größere Kirche. Deshalb hätte man diesmal auch erwarten dürfen, dass der Festgottesdienst zur Einsetzung der Spiritaner in St. Raphael stattfindet. Zumal dieses Ereignis eigentlich die gesamte Seelsorgeeinheit betraf und Rutesheim ungefähr auch den geographischen Mittelpunkt darstellt.

Diesmal musste es allerdings Weissach sein, weil ja auch die Möglichkeit zur Besichtigung des neuen Missionshauses in der Eichenstraße auf dem Programm stand.

Die erste Überraschung kam beim großen Einzug durch die Kirche: Es gab Ministranten aus allen Kirchengemeinden und bekannte Gesichter unter den Geistlichen (Dekan Feil, Pater Wehrle, Pfarrer Pitzal) und zum Schluss standen nicht weniger als 10 Priester um den Altar, 8 Spiritaner und zwei weltliche Priester.

Gleich zu Beginn des Festgottesdienstes wurde ein Brief unseres Bischofs verlesen: Bei einer Investitur hätte es ein festes Ritual gegeben, für den offiziellen Start einer Ordensgemeinschaft in einer Seelsorgeeinheit gibt es ein solches Ritual nicht (da  bisher noch nie benötigt), weshalb der Bischof in dieser Form sein Wort an uns richtete.

Die nächste Überraschung kam beim Gloria: Zwei der Padres forderten uns auf, die schmalen Papierstreifen, die auf den Plätzen gelegen waren, in die Hand zu nehmen und nach Vorsingen des Refrains diesen kräftig mitzusingen. Und dann ging es mit Trommelbegleitung los. Es war ein fetziges afrikanisches Loblied, bei dem wir alle schnell die fremd klingenden Worte, die erstaunlich leicht über unsere Lippen kamen, mit unserem Klatschen begleiteten.

Diese gute Stimmung durchzog den ganzen Gottesdienst, der letztendlich 90 Minuten dauerte, was aber überhaupt nicht auffiel.

Um die Grußworte kurz zu halten und viel Zeit zum Gespräch und zur vielfältigen Begegnung zu haben, waren die Bürgermeister und auch alle evangelischen Schwestergemeinden im Vorfeld gebeten worden, sich abzusprechen und jeweils nur einen Redner zu entsenden. Als erster ergriff aber der Generalobere der Spiritaner für Europa das Wort und erklärte unter anderem, dass auch für sie als Ordensgemeinschaft die Aufgabe des Standortes in Botnang und der Umzug nach Weissach ein Novum darstellt (bisher waren höchstens einzelne Ordensstandorte aufgegeben worden und die Padres waren dann in schon bestehende Missionshäuser zurückgekehrt). Dann folgten die Grußworte von Pfarrerin Rühle aus Rutesheim als Sprecherin aller evangelischen Schwestergemeinden und von Bürgermeister Töpfer für sich und seine Amtskollegen. Die  Dialogrede der Zweiten Vorsitzenden aus Rutesheim und Weissach , die ja schon Tradition hat, lieferte dann noch verschiedene Informationen in leicht verdaulicher Form. Die wichtigsten Punkte waren, dass Pater Chidi in Zukunft für Rutesheim und Pater Philip für Weissach zuständig sein wird. Pater Gasto wird nur "halb" bei uns arbeiten, weil er auch zum Leitungsteam für das MaZ (Mission auf Zeit) Projekt in Deutschland gehört. Er wird Pfarrer Pitzal unterstützen, bis dieser eines Tages nicht mehr zur Verfügung steht. Zusätzlich wird Pater Philip SE-weit für die Kommunionvorbereitung zuständig sein und Pater Gasto sich punktuell bei der Firmvorbereitung einbringen. Pater Bernard, der bei uns schon vor Jahren  Pater Wehrle kurzfristig vertreten hat, soll bis zum Jahresende auch noch ins Missionshaus einziehen.

Unsere vier Padres bekamen dann von den Kirchengemeinden Rutesheim und Weissach ein Willkommensgeschenk und einen persönlichen Segen zugesprochen.

Die Übertragung des Festgottesdienstes ins Gemeindehaus war vorgesehen, aber nicht nötig, weil noch einige Plätze in der Kirche zur Verfügung standen.

Nach dem Gottesdienst konnten wir bei schönstem Herbstwetter vor dem neuen Gemeindezentrum zunächst noch in der Sonne ins Gespräch kommen. Es gab allerlei Getränke und köstliches Fingerfood, das wieder aus allen Teilen der Seelsorgeeinheit herbeigeschafft worden war.

Die Möglichkeit, das Missionshaus zu besuchen, nahmen anschließend noch viele Festbesucher wahr und es standen wirklich alle Türen sehr einladend offen. Auch hier hörte man viele Gespräche und Lachen. Als die letzten Besucher das Haus verließen, war es fast schon dunkel und ein besonderer Tag ging zur Neige...

Ein herzliches Danke an ALLE, die diesen gelungenen Tag möglich gemacht haben. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Padres und auf das gemeinsame Gestalten.

Text: Barbara Bartholomäi

Bild: Martina Moch