Martinusweg

Martinusweg


Der heilige Martinus war im vierten Jahrhundert ein unermüdlicher Reisender durch ganz Europa. Von seinem Geburtsort Szombately in Ungarn führt nun ein Weg über Italien nach Tours in Frankreich, wo der heilige Martinus begraben ist.

Um das gemeinsame Erbe der Kulturen und Länder Europas zu verdeutlichen, hat der Europarat den Martinusweg in die Liste der europäischen Kulturwege aufgenommen.

Der Weg führt auch durch die Diözese Rottenburg und über Malmsheim, wo die Martinuskirche steht, in der es viele Erinnerungen an den großen Europäer gibt.

Mit Zeichen aus Holz, Metall und Stein wollen wir auf unserer Gemarkung an den großen Heiligen erinnern.

Die Zeichen sind rund um die Martinuskirche Malmsheim aufgestellt.


Weitere Informationen

 Der Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Symbole aus dem Leben des Martinus rund um die Malmsheimer Kirche


Geburt in Ungarn
Martinus wird 316 in Stein am Anger (heute Szombathely) in Ungarn geboren. Dort war ein römischer Militärstützpunkt. Sein Vater war römischer Tribun. Seine Eltern verehrten die römischen Götter. Dies zeigte sich bei der Namensgebung. "Martinus" bedeutet "Dem Kriegsgott Mars geweiht".

Schleuder - gestaltet von Walter Dürr, Malmsheim
Weist auf die Jugendzeit des Martinus hin



Eintritt ins römische Heer
Als Sohn eines römischen Offiziers trat Martinus als fünfzehn-jähriger unter dem Druck des Vaters ins römische Militär ein. Er diente unter Kaiser Constantius II in einer Kavallerietruppe in Gallien.

Schwert - gestaltet von Wolfgang Tatzel, Malmsheim
Zur Ausrüstung eines jeden Soldaten gehörte das Schwert



Mantelteilung
Vor den Toren der Stadt Amiens hat Martinus einem armen Bettler die Hälfte seines Mantels gegeben. Dieses Zeichen der Nächstenliebe ist bis heute all überall bekannt und wird beim Martinusritt im Spiel immer wieder neu gezeigt.

Geteilter Mantel - gestaltet von Wolfgang Steudle, Renningen
Er erinnert alle Menschen an das Teilen mit den Armen 



Austritt aus der Armee
Sehr bald verliess Martinus das römische Heer. Sehr zum Unwillen seines Vaters, der damals in Worms stationiert war. Künftighin wollte er sich als ein "Soldat Christi" für die Menschen einsetzen.

Durchgestrichener Helm - gestaltet von Alois Kissling, Magstadt
Der Kriegshelm hat seine Bedeutung verloren



Martinus lässt sich taufen
Durch einen Zufall kam Martinus mit Christen in Verbindung und war begeistert davon, was er über die Nächstenliebe hörte. Gegen den Willen seines Vaters lässt sich Martinus taufen. Später taufte er seine Mutter, der Vater blieb Heide.

Taufstein - gestaltet von Wolfgang Steudle, Renningen
In jeder Kirche ist ein Taufstein zu finden 



Einsiedler
Nach seinem Ausscheiden aus dem Heer zog sich Martinus auf die Insel Gallinaria bei Genua zurück. In der Einsamkeit der unbewohnten Insel lebte er einfach und bescheiden. Die Bibel wurde sein Begleiter.

Buch - gestaltet von Wolfgang Tatzel, Malmsheim
Die Bibel wurde für ihn zum Lebensinhalt



Verrat durch Gänse
In Tours suchte man einen Bischof. Martinus sollte es auf Wunsch des Volkes werden, weil er sich für die Menschen einsetzte und die christliche Botschaft vorlebte und verwirklichte. Er versteckte sich , aber das Gänsegeschnatter hat ihn verraten.

Gänse - gestaltet von Heinrich Kossok, Renningen
Die Gänse verbinden wir bis zum heutigen Tag mit Martinus



Unter dem Götterbaum
Kompromisslos trat Martinus gegen den Aberglauben ein. An einer heidnischen Kultstätte stand ein Götterbaum. Um festzustellen, ob der Gott des Martinus stärker sei als die Heidengötter, sollte der Baum gefällt werden, so dass er auf den gefesselten Martinus stürzte. Der Baum aber fiel zur Seite und traf ihn nicht.

Baum - gestaltet von Franz Pitzal und dem Forstbetriebshof, Renningen
Der gefällte Baum stürzte nicht auf Martinus



Klostergründung
Nach seiner Rückkehr von Gallinaria wurde Martinus Mönch, sammelte Gleichgesinnte um sich und erbaute die ersten Klöster in Gallien und wurde damit zum ersten Klostergründer Europas.

Kloster - gestaltet von Andreas Furtwängler, Renningen
Im Kloster erlebten die Mönche Gemeinschaft



Bischof mit Tatkraft
Als Bischof setzte sich Martinus gegen die Irrlehre des Arianismus ein, die Jesus als Sohn Gottes verleugnete. Unentwegt war er bei den Menschen in seinem Gebiet unterwegs.

Mitra - gestaltet von Alois Kissling, Magstadt
Zeichen des Bischofs ist neben dem Stab die Mitra



An der Tafel des Kaisers Maximus
Im kaiserlichen Palast residierte Kaiser Maximus. Gewaltätig ging er gegen die Menschen vor. Erst als er unschuldige Gefangene freigelassen hatte, nahm Martinus seine Einladung als Ehrengast an.

Krone - gestaltet von Alois Kissling, Magstadt
Sie ist das Zeichen der weltlichen Macht



Martinus stirbt auf einer Seelsorgereise
In seiner Diözese in Tours war Martinus ständig bei den Menschen unterwegs. Auf einer Seelsorgereise starb er. Er wurde in ein Boot gelegt und nach Tours gebracht, wo heute sein Grab ist.

Boot - gestaltet von Alois Kissling, Magstadt
Das Boot erinnert an Martinus Rückkehr als Verstorbener nach Tours