Aktuelles

Weihnachtskonzert mit Marc Marshall am 21.12.2017



Der Vorverkauf beginnt am 27.02.2017. Karten sind ausschließlich bei Mode Gaubisch erhältlich.


Jeder muss mal „Adele“ sagen


LKZ-Foto: Florian Mader

Was sich diese beiden Damen wohl zuflüstern? Viel haben sie jedenfalls zu erzählen, allerlei Prominente, Gäste und Pilger haben sie in den vergangenen acht Wochen an ihrer Renninger Krippe in Malmsheim begrüßt. Sind doch die legendären, von Hildegard Buchhalter (1910-2001) erschaffenen Figuren die eigentlichen Hauptpersonen dort. Gestern Abend nun war Schluss, mit einem Gottesdienst wurden die Figuren ins Krippenmuseum verabschiedet. Dort ist dann noch viel Zeit, sich über das Erlebte zu unterhalten. Und dann kommt auch schon wieder die nächste Weihnachtszeit.
Quelle: Leonberger Kreiszeitung vom 6.1.17


Die Ökumene als leuchtendes Vorbild


Die Hymnus Chorknaben aus Stuttgart Foto: factum/Bach

Quelle: Kathrin Klette, Leonberger Kreiszeitung vom 9.2.17
 
Renningen. Nach dem Abschluss der Krippe zieht Pfarrer Franz Pitzal ein positives Resümee. Besonders die Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Während der übrigen Öffnungszeiten hätte er sich ein paar mehr Gäste gewünscht.
 
Das Licht von Bethlehem ist verloschen, die beliebten Figuren von Hildegard Buchhalter „schlummern“ wieder an ihrem angestammten Platz im Krippenmuseum. Die Renninger Krippe in der Malmsheimer Martinuskirche hat mit zwei hochkarätig besetzten Veranstaltungen ihren Abschluss gefunden. Der katholische Pfarrer Franz Pitzal zieht ein weitgehend positives Resümee aus den vergangenen Monaten, in denen die Ausstellung wieder viele Menschen bewegt hat.

„Wie viele genau da waren, wissen wir natürlich nicht“, sagt Franz Pitzal. Denn der Eintritt zur Krippe ist frei, die Kirche durchgehend von morgens bis abends zugänglich. „Mein Eindruck ist aber, dass die Veranstaltungen diesmal sehr gut besucht waren. Dafür waren es zu den übrigen Öffnungszeiten eher weniger als sonst.“ Das sei vor allem deshalb schade, weil es sich auch auf die Höhe der Spenden auswirke. Wie hoch die Einnahmen waren, könne er noch nicht genau sagen. Das Geld soll zu großen Teilen nach Syrien geschickt werden, um den Menschen dort zu helfen. Die geringere Resonanz führt Pitzal darauf zurück, dass diesmal weder Radio- noch Fernsehsender über das Ereignis berichtet hätten. Trotzdem sei sein Gesamteindruck sehr gut, „ich bin hoch zufrieden und sehr froh, dass wir zeitlich alles so hinbekommen haben“.

Höhepunkte während der Krippenzeit gab es nicht wenige, findet Pitzal. Angefangen mit den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben, „die waren zum ersten Mal bei uns“. Auch der Besuch der baden-württembergischen Landtagspräsidentin Muhterem Aras bildete eine Premiere. Das solle die Beiträge regelmäßiger Gäste in ihrer Bedeutung nicht schmälern. „Es ist zum Beispiel immer etwas Besonderes, wenn Günther Oettinger herkommt, der muss sich die Zeit dafür ja wirklich freischaufeln.“ Ebenso seien die Themen der Krippe diesmal außergewöhnlich gewesen.

Im Mittelpunkt standen nämlich unter anderem Martin Luther – der beeindruckende Nachbau der Wartburg war Kernstück der Ausstellung – und die Bedeutung der Ökumene. „Selbst der ehemalige Erzbischof sagte, dass es etwas Besonderes ist, dass das Reformationsjahr mit der Krippe eingeleitet wurde.“ Beeindruckt habe ihn außerdem die Rede von Bürgermeister Wolfgang Faißt zum Abschluss, in der er appellierte, die zentrale Botschaft der diesjährigen Krippe weiterzuentwickeln: „Nur so hören wir auf, alternative Wahrheiten zu verbreiten und damit das Negative in unserem Leben herauszukehren. Nur so können wir leben, was die Vorschläge der verwirklichten Ökumene in der Kirche zeigten.“

Wie das Thema der nächsten Krippe lautet, steht noch nicht fest. „Das haben mich schon einige gefragt“, sagt Franz Pitzal schmunzelnd. Vor dem Sommer werde sich dahingehend aber nichts entscheiden.


Temperamento ist sogar beim Beten dabei


Foto: factum/Granville

Quelle: Leonberger Kreiszeitung vom 3.2.17

"Padre nostro“ statt Vaterunser, „Astro del Ciel“ statt Stille Nacht und ganz viel „Temperamento“: Bei der Renninger Krippe wird erstmals eine Heilige Messe komplett in italienischer Sprache gehalten. Sicher ist nur noch das Amen in der Martinuskirche.

Folglich verwundert es nicht, dass der Pfarrer vom Dienst Franz Pitzal, obwohl mit einem umfangreichen Sammelsurium an spannenden Anekdoten aus aller Welt gesegnet, mit seinem Latein, scusi Italienisch, schnell am Ende ist. „Ich kann höchstens Castello, dann ist aber schon Schluss“, witzelt Franz Pitzal beim diesjährigen Krippen-Motto „Ein feste Burg ist unser Gott“. Dann überlässt er seinem Glaubenskollegen den Vortritt, der übrigens gar nicht aus Bella Italia stammt.

Jean Bonane Bakindika heißt der Mann und er kommt aus dem Kongo. Gläubigen Italienern in Leonberg ist er bestens bekannt, leitet er doch sonntags für die „Comunita Cattolica Italiana SS. Cuori di Gesu e di Maria“ den Gottesdienst im Edith-Stein-Haus. Er habe Theologie an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom studiert, erzählt der Priester, der in fließendem Italienisch die Begegnung Gottes mit den Menschen in den Mittelpunkt seiner Predigt stellt. „Die Krippe passt wunderbar zum Thema“, wird er später sagen.

Die hölzernen Bänke in der Martinuskirche sind etwa zur Hälfte besetzt. Italienische Katholiken aus Renningen, aber auch aus den Nachbarorten sind zu der „Santa Messa“ gekommen. „Ein Gottesdienst in italienischer Sprache ist doch etwas anderes“, befindet Maria Grazia Calza, die in der italienischen Community in Renningen aktiv ist – dort treffen sich die Landsleute seit zwei Jahren regelmäßig im Bonifatiushaus, um über Gott und die Welt zu plaudern.

Zumindest auf Letzteres müssen die Kirchenbesucher an diesem Abend verzichten. Denn die Messe, eingerahmt vom glänzenden Sternenhimmel und von der imposanten Krippe, die ganz im Zeichen Martin Luthers steht, läuft recht förmlich ab. Da, wo Pfarrer Pitzal üblicherweise zum herzlichen Grußwort an die Gemeinde ansetzt, hat sich sein italienischer Kollege schon drei Mal bekreuzigt. Ansonsten gibt es im liturgischen Ablauf keine Unterschiede zum hiesigen Gottesdienst, ist doch dieser in der katholischen Kirche ohnehin weitestgehend einheitlich geregelt.

Aber: das italienische Temperament schimmert nicht erst am Ende der Predigt hervor, als Pfarrer Pitzal für das Aufspüren der einzigen italienischen Figur unter den mehr als 500 eine Belohnung auslobt und die Besucher fluchtartig in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen. So kommt man nicht um eine leichte Gänsehaut herum, wenn die Gläubigen zum Liedblatt greifen und dabei vom eingespielten Chor der italienischen Kirchengemeinde aus Leonberg auf der Empore musikalisch begleitet werden. Alleluia!

Und weil Italienisch gemeinhin als die schönste Gesangssprache der Welt gilt, vermag man sich spätestens bei dem wohl bekanntesten italienischen Weihnachtslied „Tu scendi dalle stelle“ nicht dem kollektiven Schwung zu entziehen. Da spielt es keine Rolle ob waschechter Italiener oder interessierter Renninger, der mit nach oben gezogenen Mundwinkeln im Rhythmus der Melodie zumindest mitsummt. 


Die Anregung zur „Santa Messa“ kam von den italienischen Familien. Der Gemeindereferent Felix Lipp griff die Idee begeistert auf. „Die Muttersprache und der Glaube, den man von Zuhause mitbekommt, korrespondieren ganz eng miteinander“, weiß er aus Erfahrung. Daher sei es wichtig, dass die Menschen in der Religion ihre Muttersprache wiederfänden. „Da geht es nicht nur um die Sprache, sondern auch um die Kultur und die Art zu glauben“, betont Lipp.

Deswegen soll der italienische Gottesdienst in Renningen keine einmalige Sache bleiben und künftig regelmäßig stattfinden – das ist zumindest der Wunsch der Besucher. Dagegen dürfte auch Pfarrer Pitzal nichts haben, spart er doch am Ende nicht mit Lob. „Man merkt schon, dass die Italiener begeisterungsfähiger sind als wir Deutschen“, sagt er, schiebt dann aber grinsend hinterher: „Wobei, in Renningen ist das natürlich ganz anders!“


Oettinger und Erzbischof Zollitsch mahnen


Günther H. Oettinger mit Pfarrer Pitzal

Erbischof erm. Robert Zollitsch

Aurelius Sängerknaben

2.2.17 - Mit großer Spannung wurde Günther H. Oettinger am Samstag Abend, 28.1.17 an der Krippe erwartet. Die Abendmesse feierte Caritasdirektor Oliver Merkelbach und dann berichtete der EU-Kommissar von seinen Eindrücken aus der jüngsten Zeit. Er appellierte an die Werte des christlichen Abendlandes und rief alle auf, jetzt bereits schon an die junge Generation zu denken, die im Jahre 2030 die Gesellschaft gestalten wird. Es kommt dabei nicht darauf an, dass sie einen S-Klasse Wagen fahren, sondern wie sie das, was aufgebaut wurde, in Europa umsetzen werden. Der Chor Voices of Joy Renningen umrahmte mit seinen rhythmischen Liedern den Abend.

 

 

Am Sonntag, 29.1.17 feierte der ehemalige Erzbischof von Freiburg, Robert Zollitsch, den Gottesdienst mit der Gemeinde. In seiner nachhaltigen Predigt brachte er Beispiele aus dem praktischen Leben wie Menschen durch Versöhnung die Welt verändern. Interessant sein Beispiel des Dialoges zwischen Martin Luther und Martin von Tours. Ein besonderes Beispiel war die Geschichte eines Reiters, der mit seinem Pferd unterwegs war und gefragt wurde, wohin sein Weg gehe. Seine Antwort lautete: „Ich weiß es nicht, da müsst ihr das Pferd fragen.“ „Das ist ein Beispiel, was Angst mit einem macht,“ so Robert Zollitsch.

 

 

Am Sonntag Abend erfreuten die Aurelius Chorknaben unter Leitung von Harald Kugler die Menschen in der voll besetzten Kirche. Mit ihren herrlichen Stimmen und den verschiedenen Soloeinlagen der kleinen Buben erlebten alle einen Abend nicht nur mit weihnachtlicher Innerlichkeit, sondern mit Frohem, Aufmunterndem, das das Alltagsleben bestimmt.


Die Renninger Krippe im glüXmagazin


Zum Lesen auf das linke Bild klicken.

Quelle: STAATLICHE TOTO-LOTTO GMBH BADEN-WÜRTTEMBERG

Hinweis: Der im Bericht angekündigte Besuch von EU-Kommisar Günther H. Oettinger hat sich verschoben auf die Abendmesse am Samstag, den 28.1.2017 um 18 Uhr.


Gemeinsam für eine menschenwürdige Welt


DRK-Präsident Michael Steindorfner mit Irma Sigloch aus Renningen, seit über 70 Jahren im Roten Kreuz aktiv, an der Krippe.

Auch uns im Roten Kreuz geht es darum, Menschen beizustehen in ihrer oft sehr vielfältigen Not und Bedrängnis, Menschen zu helfen, wenn sie auf diese Hilfe nicht nur zum Überleben, sondern auch zu einem menschlichen Leben angewiesen sind.“ Darauf hat Michael Steindorfner, Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen, beim Familientreffen seiner Organisation an der Renninger Krippe hingewiesen. Zu der abendlichen Andacht in der Malmsheimer Martinuskirche waren zahlreiche Angehörige des Roten Kreuzes aus dem gesamten Landkreis Böblingen gekommen.


Steindorfner erinnerte an das Credo des Rot-Kreuz-Gründers Henry Dunant: „Helfen, ohne zu fragen wem.“ Deshalb gebe es im Roten Kreuz längst gelebte Ökumene und man entspreche damit auch dem Anliegen von Pfarrer Pitzal, der mit der Krippe 2016/15 bewusst an die Reformation von Martin Luther vor 500 Jahren erinnern wolle.

Steindorfner zufolge gehe von der Krippe ein Licht der Hoffnung und Zuversicht aus, das menschliche Wärme und Zuwendung gebe sowie Brücken baue über Länder und Kontinente hinweg. „Schon lange nicht mehr hatten wir dieses Licht so bitter nötig wie gerade jetzt, wo sich immer mehr Dunkelheit breit zu machen scheint, wo die Beklemmung immer mehr wächst“, sagte der DRK-Chef mit dem Hinweis auf Terror, Krieg, Mord und Gewalt. „Wir gehen in dieses Jahr 2017 mit einem Unfrieden, mit einer Unsicherheit, ja, mit einem verfestigten Angstgefühl, wie wir schon lange kein neues Jahr mehr begonnen haben.“

Um all diesen sorgenvollen Entwicklungen zu begegnen, engagierten sich im Roten Kreuz unzählige Menschen uneigennützig und unter Einsatz ihrer ganzen Kräfte. Nicht selten würden sie dabei sogar Gefahren für das eigene Leben in Kauf nehmen.

Anstatt den vermeintlich einfachen Weg zu gehen, wie es die Populisten vorgaukelten, gelte es, mit Weisheit und Vertrauen auf die eigenen Stärken den schwierigen Weg des Gestaltens einzuschlagen. „Wir müssen die Herausforderungen annehmen, statt uns unserer Angst zu ergeben“, betonte der Böblinger DRK-Vorsitzende. Er rief dazu auf, die Werte der westlichen Welt wieder zu leben. „Was wir dazu brauchen, ist Orientierung und Anlass zur Zuversicht.“ Orientierung gäben die Grundsätze der Rotkreuzarbeit, ganz zu oberst die Menschlichkeit. „Und Anlass zur Zuversicht gibt uns das Licht, das auch von dieser Krippe und der Bewegung der Ökumene ausgeht“, so Steindorfner. Er warb dafür, dem wachsenden Individualismus Einhalt zu gebieten und der Solidarität wieder mehr Geltung zu verschaffen.

Der Präsident erklärte weiter, das Rote Kreuz stelle sich all den vielfältigen Herausforderungen, „und das gewiss nicht ohne Erfolg“. In nahezu allen Lebenslagen versuche seine Organisation, Menschen Hilfe, Schutz, Zuversicht, Mut und Zuflucht zu geben. Schützender Fels und sichere Burg, wie an der Krippe dargestellt, sei auch das Rote Kreuz.

Hier schließe sich der Kreis zum Anliegen der Krippe, der christlichen Weihnachtsbotschaft und einem Grundanliegen des Roten Kreuzes: „Wir alle sind nicht nur zusammen Teile dieser Einen Welt, sondern wissen uns auch einig in dem Bemühen um eine menschenwürdige Welt.“

Die musikalische Gestaltung hatte das Ensemble „Le quattro A“ übernommen und zum Schluss gab es noch eine wohl gelungene Überraschungseinlage durch fünf junge Nachwuchskräfte der Renninger Schlüssel-Gesellschaft mit ihrem Engeltanz

Quelle: Leonberger Kreiszeitung vom 24.1.17


Nachdenkliches und Aufforderndes an der Krippe


Weihbischof Dr. Johannes Kreidler

Ausländische Priester

Rundfunkpfarrer Michael Broch appellierte in seiner Predigt am Samstag, 21.1.17 an die Einheit der Christen, die ein Uranliegen Jesu war und mehr und mehr zerbrach, die es aber jetzt nun endlich wieder aufzubauen gilt. Der große Männerchor aus Ostfildern mit den vielen kräftigen Stimmen gab den würdigen Rahmen dafür. Danach ging es auch noch froh im Gemeindehaus weiter.
 
Am Sonntag, 22.1.17 feierte Weihbischof Dr. Johannes Kreidler mit der Gemeinde den Gottesdienst. In seiner Predigt hatte er den Menschen, ausgehend vom Thema der Krippe „Ein feste Burg ist unser Gott“ viel Nachdenkliches zu sagen. „Das Maß Gottes sind nicht feste geschlossene Mauern, sondern offene Liebe zu den Menschen. Es gibt zwar heute auch Kräfte, die kirchliche Mauern geschlossen hochziehen wollen um die Herde eng zusammenzuhalten. Doch ist es nicht so: je höher die Mauern werden, desto leichtfüßiger suchen die Menschen außerhalb der Mauern ihr Heil. Die feste Burg, Sicherheit, ist eben nicht die kleine, sektenartige Gemeinschaft derer, die genau wissen, was richtig und falsch ist und jedem sagen können, wie das Leben geht. Die Architektur der Kirche besticht durch offene Räume und offene Türen. Gott ist unsere feste Burg, ja, aber die Kirche Gottes ist ein offenes Haus!“
 
Zum Abendlob am 22.1.17 kam Matthias Kleinert, der ehemalige Regierungssprecher von Lothar Späth. Er sagte: „Das Jahr 2017 ist wohl ein Krisenjahr für unser Land, für die ganze Welt.“ Dem Thema entsprechend sagte er: „In dieser Zeit braucht es das Zusammenhalten. Nur so ist den Schrecken unserer Zeit entgegenzuwirken. Die Burg, die es zu bauen gilt, braucht Vertrauen, Stärke, Wissen und Gemeinsamkeit.“
 

In Vertretung von Innenminister Thomas Strobl sprach Ministerialdirektor Julian Würtenberger. Er versuchte als Politiker das Geschehen der Krippe nochmals theologisch zu erläutern. „Die Krippe eint uns und darf nicht zur Spaltung führen.“ Umrahmt wurde der Abend von den Liedern des Kirchenchores Weilersbach bei Schwenningen, die mit ihren Liedern und Solisten mächtig und kraftvoll die Kirche füllten.
 
Priester, vornehmlich aus Nigeria und Indien, feierten an der Krippe mit Pfarrer Pitzal am 23.1.17 den Gottesdienst. Sie kamen aus Neresheim bis Freudenstadt am Abend noch angefahren und waren tief beeindruckt von der Krippe, aber auch von der Wimberger Stubenmusik; eine Musik, die sehr zur Meditation anregt und für sie, aus anderen Kontinenten kommend, völlig unbekannt war.


Wenn ein Teufel an der Krippe spricht


Foto: Andreas Gorr

Quelle: Regine Brinkmann, Leonberger Kreiszeitung vom 2.1.17

Renningen. Der frühere Ministerpräsident referiert im Abendlob über die Ökumene. Pfarrer Franz Pitzal verurteilt den Angriff auf eine Flüchtlingsunterkunft in Malmsheim.

Den Renninger Bürgermeister erstaunt es nicht: „Unser Pfarrer kennt sogar den Teufel“, lacht Wolfgang Faißt beim Abendlob am Freitag vor dem Silvesterabend in der Martinuskirche. Denn dazu hat der Renninger Pfarrer Franz Pitzal seinen alten Jugendfreund Erwin Teufel in die Malmsheimer Krippe eingeladen. Die beiden kennen sich schon seit ihrer gemeinsamen Zeit bei der Katholischen Jugend und sind überzeugte Befürworter der Ökumene. Der baden-württembergische Ministerpräsident a. D. hat daher den Mut des Renninger Pfarrers zum Thema der diesjährigen Krippe hervorgehoben: „Ein feste Burg ist unser Gott“, wiederholt er das Motto und macht eine kurze Pause, „da dachte ich bei mir, es ist eine mutige Entscheidung, ein Lied, das der Reformator Martin Luther selbst geschrieben hat, als Leitthema zu wählen.“ Aber eigentlich sei es am Vorabend des Lutherjahres und des Reformationsjubiläums, das im Kirchenjahr 2017 eine wesentliche Rolle spielen wird, ein konsequenter Schritt. Erwin Teufel geht beim Abendlob weit zurück in die Geschichte, um die Bedeutung der Ökumene zu verdeutlichen. Bis in die Zeit des 30-jährigen Krieges, den er als Folge der Reformation und der damit einhergehenden Kirchenspaltung sieht, führt er die Zuhörer an diesem Abend. Ein Glaubenskrieg, der von 1618 bis 1648 tobte und vor allem in Süddeutschland ganze Landstriche entvölkerte. Beendet wurde er mit dem Westfälischen Frieden, auch „Ewigen Frieden“ genannt. „Ich habe es nachgeprüft“, sagt Teufel, „seitdem haben in Europa 48 Kriege stattgefunden.“

Krieg als Normalzustand? Kein Wunder, wünschen sich laut Pfarrer Pitzal die Menschen zu Weihnachten und für das neue Jahr mehr als alles andere Frieden. „Das war in diesem Jahr bei allen Menschen, die zur Krippe kamen, Christen oder Nicht-Christen, das vorherrschende Thema“, erzählt Pitzal.

„Die Kirchen finden heute immer mehr zueinander“, resümiert Teufel. Er erinnert daran, dass sich die beiden großen Kirchen in Deutschland erst während der NS-Zeit angenähert haben, als sie gleichermaßen unter dem Regime gelitten haben. Und daran, dass in der Folge nach dem Krieg für die vielen protestantischen Vertriebenen in den katholischen Gemeinden evangelische Kirchen gebaut wurden oder umgekehrt, damit die, die schon ihr Zuhause verloren haben, zumindest ihren Glauben leben konnten.

Ein wichtiger Schritt aufeinander zu, empfindet Erwin Teufel, aber noch lange nicht ausreichend. Hoffnung gibt ihm das Zweite Vatikanische Konzil in den 60er Jahren. „Die Formulierungen des Konzils zielen auf Gemeinsamkeiten der christlichen Kirchen“, erklärt er, und letztlich spiele es doch keine Rolle, welches christliche Bekenntnis abgelegt werde. „Das Miteinander hat sich zum Guten hin verändert“, betont er. Doch die Ökumene, so der einstige Landesvater, müsse auch gelebt werden, praktische Schritte müssten folgen. Die Anerkennung der Ehe zwischen katholischen und evangelischen Christen, die Akzeptanz der Wiederverheiratung geschiedener Katholiken oder die gegenseitige Gastfreundschaft beim Abendmahl nennt er hier als Beispiel. Auch gemeinsamer Religionsunterricht von katholischen und evangelischen Schülern ist für ihn kein Tabu. „Es gibt viel zu tun“, das findet auch Pfarrer Pitzal. Er möchte mit der alljährlich neu gestalteten Malmsheimer Krippe, die übrigens in Deutschland einzigartig ist, zum Nachdenken anregen und Mut machen.

Mehr Mut dieser Art, das hätte auch den beiden Tätern, die in der Nacht zum Mittwoch die Malmsheimer Flüchtlingsunterkunft mit ausländerfeindlichen Parolen und Hakenkreuzen beschmiert haben, gut zu Gesicht gestanden. Feige und niederträchtig nennt Pfarrer Pitzal diese Handlungsweise, „die Leute sollen doch offen auf uns zukommen und mit uns reden“, sagt er aufgebracht. Im Übrigen sei Sachbeschädigung eine kriminelle Handlung und gehöre entsprechend bestraft.


Erstmals spricht eine Muslima an der Krippe


Foto: Andreas Gorr

Quelle: Ute Jenschur, Leonberger Kreiszeitung vom 20.12.16

Renningen - Zum ersten Abendlob an der diesjährigen Renninger Krippe beweist Pfarrer Franz Pitzal einmal mehr, wie sehr er für gelebte Ökumene eintritt und bietet eine dreifache Premiere: In der katholischen Martinuskirche spricht mit der Landtagspräsidentin Muhterem Aras erstmals eine Frau von der Krippe aus, noch dazu muslimischen Glaubens. Auch das gab es noch nie in Malmsheim. Außerdem hat Pitzal im Vorgriff auf das Lutherjahr 2017 als Krippenmotto ein Lied des Reformators gewählt: „Eine feste Burg ist unser Gott.“ Auch dies ist sehr ungewöhnlich für eine katholische Kirche und mindestens in Renningen eine Premiere.

Im Mittelpunkt steht die Wartburg, wo Luther vor 500 Jahren die Bibel übersetzt hat. In seinem nachgestellten Schreibzimmer ist sogar der Tintenfleck zu sehen, als er der Legende nach sein Tintenfass an die Wand warf, um den Teufel in die Flucht zu schlagen. Die Krippe zeigt eine Burgenlandschaft quer durch die deutschen Bischofssitze von Rottenburg bis Erfurt. „Zu sehen sind an zehn Stationen Burgmauern, die durchbrochen werden und die Sicht freimachen auf Orte, an denen sich katholische und evangelische Christen begegnen“, erklärt der Pfarrer das diesjährige Krippenkonzept, darunter zum Beispiel ein Schulanfangsgottesdienst, eine ökumenische Hochzeit, Kirchentage, die gemeinsame Arbeit in Altenzentren. Pitzal ist es wichtig, in jedem Jahr ein aktuelles Thema aufzugreifen, das Denkanstöße gibt und zum Handeln anregt. Zum Abendlob an jedem Sonntag und Feiertag lädt er Vertreter des öffentlichen Lebens oder der Kirche ein, die von der Krippe aus sprechen.

Aras ist von der vielen Arbeit an der Krippe beeindruckt

Die in der Türkei geborene Alevitin Aras ist beeindruckt von der vielen Arbeit, die in der Krippe steckt, der Liebe zum Detail und den aktuellen Botschaften, die sie aussendet. „Ich finde es schön, dass in einer katholischen Kirche an Luther erinnert wird und damit ein Zeichen für Ökumene und den Zusammenhalt der Gesellschaft gesetzt wird“, erklärt Aras ihre Motivation, hier zu sprechen, und erntet großen Applaus. Und auch wenn sie Luthers Lied stellenweise als düster empfindet, hat sie doch Zeilen entdeckt, die sie persönlich ansprechen. „Ich bin nicht alleine, egal, wie schwierig die Situation ist, ich kann vertrauen, es gibt Sicherheit, Hoffnung und Lichtblicke. Aus dieser Zuversicht und Stärke wird eine feste Burg. Eine Burg ist uneinnehmbar, aber sie schützt und ist offen“, beschreibt Aras den Eindruck der Liedzeilen auf sie selbst.

Mit Blick auf die rund eine Million Flüchtlinge, die Deutschland aufgenommen hat, sind Luthers Zeilen aktueller denn je: „Wir haben gezeigt, was geht, wir sind bereit, Menschen aufzunehmen, die Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen.“ Aras sieht jetzt die Integration als Herausforderung. Und mit Blick auf die Angriffe von Rechtspopulisten dürfe es nicht zu einer Spaltung der Gesellschaft kommen. „Wir müssen unsere Werte gemeinsam verteidigen“, fordert Aras.

Bürgermeister ist erfreut über die Wertschätzung

Der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt freut sich über die Wertschätzung, die verschiedene Landespolitiker durch ihren Krippenbesuch zeigen. Vor einer Woche hat er die Krippe eröffnet. „Drei Wochen zuvor war der Raum noch eine einzige Baustelle. Jetzt, wo alles fertig ist, zeigt die Krippe Baustellen ganz anderer Art auf, Baustellen unserer Werte.“ Faißt ist übrigens auch in diesem Jahr in der Krippe als Figur verewigt. Mit Luther und Papst Franziskus an seiner Seite trägt er zum Volkstrauertag den Kranz. Pfarrer Pitzal beweist immer wieder Humor bei den Krippendarstellungen, aber auch bei der Moderation des Abends. Ihm gelingt eine launige Einführung in das ernste Thema, ohne belehrend zu wirken. Abgerundet wird das Abendlob durch die erklärt schwäbischen Nichtrussen des Balalaika-Ensembles Tschakir, die für weihnachtliche Stimmung in der gut besetzten Kirche sorgen.


Feierliche Krippeneröffnung in Malmsheim - Krippe wird zur Baustelle der Werte


13.12.16 - Die feierliche Eröffnung der Renninger Krippe in der Martinuskirche Malmsheim nahm Bürgermeister Wolfgang Faißt vor. Mit eindringlichen Worten ging er vom Thema der Krippe, die im Zeichen der Ökumene steht, auf die Situation unserer Tage ein, steht doch im Mittelpunkt das Reformationsjubiläum von Martin Luther wie auch die Rückbesinnung auf 1.700 Jahre Martin von Tours. Beide haben auf ihre Art Neuerungen geschaffen und zu Reformen aufgerufen.

Die vielen Aktionen, die die Krippe zeigt, mit denen Katholiken und Protestanten heute aufeinander zugehen, sind Hinweise und zugleich Baustellen für die Vertiefung der Werte in unseren Tagen. Einerseits lernen wir mehr, schaffen größere Einheit, andererseits verkümmert vieles in unseren Tagen. Die Krippe weist hin auf die Werte, die immer mehr verloren gehen und ist somit zur Baustelle für die Wertevermittlung geworden.

Pfarrer Pitzal erklärte die Krippe, in deren Mittelpunkt die Wartburg und die Kirche von Wittenberg stehen, an der Luther seine Thesen anschlug. Daneben die Kirche von Tours, wo Martinus begraben ist. An den Seitenwänden zeigen Aktionen, wie Katholiken und evangelische Christen heute in vielen Gemeinden unseres Landes bei Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren Bestärkendes weitergeben.

Mit über 60 Sängerinnen und Sängern hatte der Liederkranz Malmsheim unter der Leitung von Samuel Schick die Vorstellung festlich umrahmt. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Nikolaus Wolfgang Kimmig-Liebe. Erst am Tag zuvor war er bei 600 Patienten im Robert Bosch Krankenhaus, am darauffolgenden Tag wollte er nach New York fliegen. Mit Myra, dem Heimatort von Nikolaus ist er aufs engste vertraut. Die Martinuskirche war bei der Eröffnungsfeier voll besetzt, die heimelige Atmosphäre, die Lichterfülle, die herrlichen Gesänge und vor allem die Worte des Bürgermeisters hatten für alle eine nachhaltige Wirkung. Anschließend traf man sich noch im Gemeindehaus zu einem Glas Sternentröpfle, einem eigens für die Krippe abgefüllten Wein.


Der heilige Martin wird an der Krippe lebendig


Foto: factum/Bach

Quelle: Leonberger Kreiszeitung vom 09.12.2016

Renningen - Viele hundert Figuren, liebevoll kreiert und aufwendig in Szene gesetzt: Die Vorbereitungen für die Renninger Krippe liegen in den letzten Zügen, am Sonntag, 11. Dezember, öffnet die Ausstellung in der Martinuskirche in Malmsheim ihre Pforten. Dort kann die Präsentation bis zum Februar bestaunt werden. Im Fokus stehen die etwa 50 Zentimeter großen Figuren der 2001 verstorbenen Hildegard Buchhalter, jedes Jahr werden sie nach einem anderen Motto angeordnet. Die Krippen-Ausstellung bildet außerdem den Rahmen für eine Vielzahl von Veranstaltungen. Franz Pitzal, der Pfarrer der katholischen Kirche Renningen, freut sich schon sehr auf die Eröffnung.

Herr Pitzal, wie lautet das Motto der diesjährigen Krippenausstellung?

Unser Thema ist „Eine feste Burg ist unser Gott“ nach einem bekannten Liedtext von Martin Luther.

Wie genau kommt das zum Tragen?

Ich habe zum Beispiel für die Ausstellung Bilder von deutschen Städten gemalt, die das Wort Burg im Namen tragen, wie Freiburg, Hamburg, Magdeburg oder Würzburg. Alles Bischofstädte. Und wir haben die Wartburg als Wirkungsstätte von Martin Luther nachgebildet. Sie bildet den Mittelpunkt der Ausstellung, das Modell ist fünf Meter lang.

Dann geht es also auch inhaltlich um Martin Luther?

Das ist in der Tat nicht gerade alltäglich, dass das bei Katholiken aufgegriffen wird. Aber ja, ein Teil der Ausstellung ist ihm gewidmet in Anlehnung an das Reformationsjahr. Ein großer Teil dreht sich außerdem um den heiligen Martin von Tours, der vor 1700 Jahren geboren wurde. Wir haben 15 Stationen, die seinem Leben gewidmet sind, seine Geburt in Ungarn zum Beispiel, die Mantelteilung oder als er sich in Trier für Gefangene eingesetzt hat.

Was gibt es in der Ausstellung sonst noch alles zu sehen?

Es werden die vielen Aktionen der Ökumene dargestellt, was die evangelische und katholische Kirche alles gemeinsam machen. Von Einschulungsgottesdiensten über Konzerte und den Kirchentag bis zum Weltgebetstag der Frauen, der Gestaltung des Volkstrauertags oder der Sitzwache bei Sterbenden. All das wird mit den Figuren der Krippe nachgestellt.

Können Sie sagen, wie viel Arbeitsaufwand hinter all dem steckt?

Wir sind eine Gruppe von fünf bis sechs Leuten, die zusammenarbeiten, dieses Mal sind wir also ein paar weniger als sonst. Im Oktober haben wir schon angefangen, als erstes kommen immer die Bauten dran. Denn die Wartburg musste ja erst mal errichtet werden. Allerdings war vor allem die Geburtskirche von Martin von Tours besonders schwer zu bauen, da war die Wartburg deutlich leichter. Und man muss die ganzen Sachen noch transportieren. Da kommt es schon mal vor, dass wir morgens um 9 Uhr anfangen und abends um 10 Uhr erst aufhören. Aber wir wiegen das nicht auf.


Vorstellung der Krippenkulissen am 28.10.16




Mit dem Liederkranz Renningen in „Burgstädte" hineinschauen

Am Freitag, 28.10.16, um 19.30 Uhr, werden in Anlehnung an die Renninger Krippe, die in diesem Jahr unter dem Thema „Eine feste Burg ist unser Gott" steht, zehn von Franz Pitzal gemalte Bilder zu Städten, die den Namen „Burg" tragen, in der Bonifatiuskirche in Renningen vorgestellt.
 

Es sind die Städte Regensburg, Augsburg, Limburg, Würzburg, Salzburg, Rottenburg, Freiburg, Magdeburg, Hamburg, Straßburg. Alle sind Bischofsstädte.
 
Die Bilder haben jeweils eine Länge von 1,5 m. Sie werden das Umfeld für die diesjährige Krippe geben. Ein Historiker wird uns an diesem Abend etwas zur Geschichte dieser Städte erzählen. Außerdem wird es ein interessantes Quiz zu diesen Städten geben.
 
Der Liederkranz Renningen, unter Leitung von Johanna Vogelgsang, wird diesen historischen Abend musikalisch umrahmen.
 
Herzliche Einladung zu diesem Abend, der mehr ist als nur eine Vorahnung auf die Krippe.


Einladung zur Renninger Krippe 2016/17

Die Renninger Krippe 2016/17 steht unter dem Thema "Ein feste Burg ist unser Gott".

Die Krippe wird am am 3. Advent 2016 feierlich eröffnet und kann bis zum 5. Februar 2017 täglich besichtigt werden.

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